

Sehr geehrte Damen und Herren
Die von den Konsumentenschutzorganisationen gestartete Diskussion, ob statt natürlichem Mineralwasser selbst in Gaststätten Leitungswasser der Vorzug zu geben ist, ist wohl noch nicht zu Ende. Wir haben unseren Standpunkt rasch und gemeinsam mit Gleichgesinnten kund getan: Es darf keine Bevormundung stattfinden – schon gar nicht durch Konsumentenschutzorganisationen, die korrekt und faktentreu informieren sollen.
GastroSuisse und das Konsumentenforum kf stimmen mit uns überein, dass die Wahlfreiheit jedes einzelnen nicht beschnitten werden darf. Anderslautende Forderungen beschneiden die Gewerbe- und Wahlfreiheit von Gastrobetrieben und Konsumentinnen und Konsumenten.
Ich möchte es nicht unterlassen, Sie auf den 1. Juni 2010 aufmerksam zu machen. An diesem Dienstag spricht Dr. Peter Brabeck, Verwaltungsratspräsident der Nestlé Group, an unserem Sessionsanlass im Hotel Bellevue Palace in Bern zum Thema «Bedeutung der Mineralwasserquellen im Wasserschloss Schweiz».
Nun wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre.
Marcel Kreber, Generalsekretär des Verbandes Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS)

Dr. Muriel Uebelhart, Geschäftsführerin des Konsumentenforums kf |
Was trinken Sie morgens in der Regel?
Frühmorgens kommt für mich eigentlich nur ein schöner Kaffee in Frage. Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, dann hole ich mir meistens auch einen Kaffee-to-go. Damit werde ich schneller wach und fühle mich frisch für den Tag.
Wann trinken Sie herkömmliches Leitungswasser?
Ich muss gestehen, dass ich herkömmliches Leitungswasser sehr selten konsumiere. Meistens nur zum Espresso im Restaurant nach dem Essen, wenn dieses auf einem Tablett mitgeliefert wird.
Wann trinken Sie natürliches Mineralwasser?
Mineralwasser trinke ich meistens zu den Mahlzeiten, nach dem Sport und auch zwischendurch. Und dies immer «mit».
Wann trinken Sie Alkohol?
Alkohol trinke ich in der Regel zu einem guten Essen im Restaurant und zu Hause und mit meinen Gästen und meinem Partner. Unter der Woche sehr selten, resp. dann, wenn es etwas zu feiern gibt.
Welches natürliche Mineralwasser bevorzugen Sie?
Mein Favorit ist Valserwasser. Als zweites würde ich Rhäzünser wählen und dann Henniez.
Warum?
Das kommt aus meiner Jugendzeit, als noch der «Valserwasser-Mann» einmal pro Monat eine Kiste mit Valserwasser nach Hause brachte. Heute nehme ich aber auch gerne PET-Flaschen mit und habe meistens eine in der Tasche.
Wie viel darf ein natürliches Mineralwasser im Restaurant kosten?
Im Restaurant bezahle ich für ein Fläschchen Mineralwasser (3 dl) zwischen 3.50 und 5.– Franken. Für den Service und das dazu gehörende Ambiente geht dies in Ordnung. Wenn es über 5.– kosten würde, ohne Blick auf die Berner Alpen oder den Zürichsee, dann würde ich wahrscheinlich nicht mehr hingehen.
Natürliches Mineralwasser ist für mich …
... das Getränk, welches ich immer, überall und sehr gerne konsumiere: Zum Essen, nach dem Sport oder auch zwischendurch.
Seitenanfang

Die Konsumentenschutzorganisationen im Abseits
Die Konsumentenschutzorganisationen kritisieren den Konsum von natürlichem Mineralwasser zu Unrecht. Die Branche wehrt sich gegen die Forderung «Hahnenwasser auf den Tisch».
Die Forderung der drei Konsumentenschutzorganisationen Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana (asci), Fédération romande des consommateurs (FRC) und Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), Gastwirte sollten gratis Hahnenwasser abgeben, stösst bei GastroSuisse auf taube Ohren. Diese Forderung ist wirtschaftsschädigend und stellt einen Eingriff in die Gewerbefreiheit dar. Ernst Bachmann, Präsident des Gastroverbandes des Kantons Zürich, sagt: «Wenn ein Betrieb gratis Hahnenwasser anbieten will, ist das ein Unternehmensentscheid und jedem selbst überlassen. Grundsätzlich muss Hahnenwasser nicht gratis angeboten werden, denn auch der Service von Hahnenwasser in einem Glas ist eine Dienstleistung, die der Kunde zu berappen hat.»
Unnötiges Ausspielen von Mineralwasser gegen Leitungswasser
Der Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten SMS und die IG Mineralwasser wehren sich gegen die irreführende Kampagne der Konsumentenschutzorganisationen. Diese verbreiten gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten irreführende Informationen über Leitungswasser und Mineralwasser. Die drei Konsumentenschutzorganisationen spielen unnötigerweise Leitungswasser und Mineralwasser gegeneinander aus, anstatt für die gute Qualität sowohl von natürlichem Mineralwasser als auch von Leitungswasser einzustehen.
Natürliches Mineralwasser unterscheidet sich in folgenden Punkten von Leitungswasser:
- Natürliches Mineralwasser zeichnet sich durch besondere geologische Herkunft, Art und Menge der mineralischen Bestandteile, ursprüngliche Reinheit sowie gleichbleibende Zusammensetzung und Temperatur aus. Strenge gesetzliche Auflagen und ständige Kontrollen garantieren eine immer gleich hohe Qualität bis auf den Tisch der Konsumenten. Klar ist, natürliches Mineralwasser darf nicht behandelt werden.
- Mineralwasser verfügt über Mineralstoffe und Spurenelemente. Und im Gegensatz zum Leitungswasser können die Konsumenten bei den Mineralwässern jene wählen, die ihnen geschmacklich entsprechen.
- Leitungswasser ist vielfach aufbereitet. Dabei wird es entweder chemisch (Zusatz von Chlor oder Ozon) oder physikalisch (ultraviolette Strahlen, sterile Filtration) behandelt.
- Leitungswasser kann beliebig vermischt werden und verschiedenen Ursprungs sein (Quell-, Grund-, See- oder Flusswasser). Obschon das Leitungswasser im Wasserwerk hygienisch einwandfrei ist, kann es auf dem Weg bis zum Verbrauch zu mikrobiologischen oder chemischen Verunreinigungen kommen. Im Gegensatz zu Mineralwasser können die Inhaltsstoffe des Leitungswassers starken Veränderungen unterworfen sein.
«Hausgemachtes, kohlensäurehaltiges Mineralwasser» gibt es nicht
Generell gilt: Jedes natürliche Mineralwasser ist einzigartig, und keines hat die gleiche Zusammensetzung wie ein anderes. Die Etikette gibt Auskunft über Mineralisation, Ursprungsquelle und Mindesthaltbarkeitsdatum. Wenn es mit Kohlensäure versetzt wird, darf man dieses als «natürliches, kohlensäurehaltiges Mineralwasser» bezeichnen. Hausgemachtes gibt es nicht, wie die drei Konsumentenorganisationen suggerieren, das zeugt von mangelnder Sachkenntnis.
Die Wahlfreiheit muss gewahrt bleiben
«Die drei Organisationen beschneiden mit ihren Vorschlägen die Wahlfreiheit der Konsumenten und die Gewerbefreiheit der Gastrobetriebe, nicht zu vergessen ist der wirtschaftliche Schaden, den eine solche Kampagne der Branche zufügt», erklärt Markus Zemp, Präsident des Schweizerischen Vereins für umweltgerechte Getränkeverpackungen (SVUG).
Pikant ist auch, dass das Konsumentenforum kf gegen die Aktion der drei Konsumentenschutzorganisationen ist, wie die Geschäftsführerin Dr. Muriel Uebelhart erläutert: «Konsumentinnen und Konsumenten sind mündig und sollen eigenverantwortlich handeln und selbst entscheiden können.»
Seitenanfang

Wer ist der SMS?
Der Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS) wurde 1989 aus dem Zusammenschluss der vormals zwei separaten Branchenorganisationen der Mineralwasser- bzw. der Erfrischungsgetränkewirtschaft gegründet. Dem Verband gehören heute 16 Unternehmen an, welche sich für rund 70 Prozent der Mineralwasser- und rund 95 Prozent der Erfrischungsgetränkevolumina in der Schweiz verantwortlich zeigen. Rund 25 000 Arbeitsplätze sind in der Schweiz direkt und indirekt mit ihr verbunden.
Wer ist die IG Mineralwasser?
Die IG Mineralwasser wurde am 12. Juni 2009 gegründet und zählt im Mai 2010 28 Mitglieder aus dem Parlament und 30 Mitglieder aus der Branche und aus den Gemeinden mit Mineralwasser-Quellen. Die Vereinigung wird von Nationalrat Christophe Darbellay (CVP) präsidiert. Vizepräsidenten sind Nationalrat Jean-René Germanier (FDP) und Nationalrat Markus Zemp (CVP) sowie National-rätin Natalie Rickli (SVP). Die IG Mineralwasser setzt sich gemeinsam mit den Mineralwasser-Produzenten für ein reines und unbehandeltes Naturprodukt ein – das natürliche Mineralwasser.
Seitenanfang

«Plastic Planet ?» – Vorbildliches Recycling in der Schweiz
Plastik in allen Formen, Farben und Festigkeiten prägt den Alltag. Wir leben in einem Plastik-Zeitalter, auf dem «Plastic Planet», wie der gleichnamige Dokumentarfilm zeigt. Die weltweite Verschmutzung durch Plastikabfälle ist dramatisch. Der Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten SMS setzt sich mit dem Kunststoff Verband Schweiz und dem Verein PET-Recycling Schweiz für vorbildliches Recycling ein.
Die Entwicklung des Litterings ist besorgniserregend. Denn Plastik baut sich nicht ab und lagert weltweit in der Natur. Der Dokumentarfilm «Plastic Planet» macht betroffen. Schauen wir weg? Nein, das Engagement für effizientes Recycling und gut organisierte Abfallbewirtschaftung ist sehr erfolgreich. Schweizerinnen und Schweizer sind Weltmeister im Recycling.
- Vorbildliche Wiederverwertungsmöglichkeiten in der Schweiz ermöglichen noch besseres Recycling. Dieses Modell ist international einzigartig.
- Sämtlicher Abfall in der Schweiz kann entsorgt werden – im Hauskehricht, im Werkhof, im Elektrogeschäft, an der Glas- oder Alusammelstelle oder PET-Flaschen im Detailhandel.
- Verpackungsmaterial ist nicht gleich Verpackungsmaterial, z. B. sind PET-Flaschen und Glasflaschen ökologisch praktisch gleichwertig. PET-Flaschen sind beliebte Getränkeverpackungen, da sie handlich, leicht, wieder verschliessbar, unzerbrechlich und widerstandsfähig sind. Wichtig ist, die Verpackung dem Recycling zuzuführen.
- 78 Prozent aller sich im Umlauf befindlichen PET-Flaschen wurden 2008 rezykliert.
- Recycling ist ökologisch – zum Beispiel werden pro Kilogramm rezykliertes PET in der Schweiz gut 3 Kilogramm Treibhausgase eingespart.
- Wer rezykliert statt wegwirft, verkleinert den Abfallberg, schafft Sauberkeit und leistet einen Beitrag für die Umwelt und gegen das Littering. PET-Recycling Schweiz unterstützt dies mit der Anti-Littering-Kampagne.
Seitenanfang

Liebe Leserin
Lieber Leser
Freiheit ist bei uns ein bedeutendes Wort und meistens selbstverständlich. Es geht um die Wahl- und die Gewerbe-freiheit, die ganz offensichtlich nicht für alle selbstverständlich scheint. Die Konsumentenschutzorganisationen Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana (asci), Fédération romande des consommateurs (FRC) und Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) haben anfangs Jahr damit begonnen, diese Freiheit arg in Bedrängnis zu bringen. Wir staunten: Der Konsum von Mineralwasser in Flaschen sei weder aus Gründen der Hygiene noch der Wirtschaftlichkeit sinnvoll, liessen sie per Medienmitteilung verbreiten. Der Mineralwasserkonsum belaste ausserdem die Umwelt und Leitungs-wasser koste viel weniger und sei ökologischer als Mineralwasser in Flaschen. Sie fordern ausserdem den Gratis-Ausschank von Hahnenwasser in Restaurants – so dass damit gleich auch noch den Wirten
Vorschriften gemacht werden sollen.
Solche Forderungen sind aus der Sicht der Mineralwasserproduzenten und der IG Mineralwasser nicht zu rechtfertigen. Wer lieber natürliches Mineralwasser konsumiert, soll dies jederzeit tun können. Wer Leitungswasser bevorzugt, ebenfalls. Wir wehren uns entschieden dagegen, dass zwei unterschiedliche Produkte gegeneinander ausgespielt werden. Wir stellen uns gegen Vorschriften, die Produzenten, Arbeitsplätze und ein qualitativ hochstehendes Schweizer Produkt gefährden. Zumal die Konsumentenschutzorganisationen informieren sollen – nicht Unwahrheiten verbreiten.
Als Präsident der IG Mineralwasser setze ich mich dafür ein, dass die Gewerbe- und die Wahlfreiheit von uns allen geschützt wird. Wenn die Konsumentenorganisationen uns bevormunden wollen und gleichzeitig volkswirtschaftlichen Schaden anrichten, dann werden wir das verhindern.
Ihr Christophe Darbellay
Präsident der IG Mineralwasser, Nationalrat
und Präsident der CVP Schweiz
Seitenanfang
|